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kommen und gehen | verweilen von Susanne Bosch Kunst am Bau Haus der Jugend Mitte, Foto: Holger Herschel, 2022

Haus der Jugend Mitte

kommen und gehen | verweilen 

von Susanne Bosch
(2021)

Das Kinder-, Jugend- und Familienzentrum am Nauener Platz ist ein Ort, an dem sich Nutzer*innen unterschiedlichen Alters und Herkunft begegnen, treffen, und auch wieder auseinandergehen. Sie bilden aber an diesem Ort stets „ein temporäres zweites Zuhause“ wie die Künstlerin Susanne Bosch schreibt. Dies nahm sie als Ausgangspunkt für ihre speziell für diesen Ort entwickelte Arbeit „kommen und gehen | verweilen“. Die Kunst am Bau wurde im Zusammenhang mit der Sanierung des Kinder-, Jugend- und Familienzentrum gemäß Anweisung Bau (ABau) realisiert.

Für kommen und gehen | verweilen wurden „Fünf ausgewählte Kartografien (Alters-Ratio in der Gegend, Weltsprachen, Sportarten, Lieblingsessen, globale Bewegung) [werden] als Grundlage verwendet, um […] die unsichtbaren Ströme des Zusammenseins zu vergegenwärtigen. [Denn] Kartografien dienen als journalistisches Genre und Ausdrucksform, Informationen darstellend zu de- und rekonstruiert, aus denen die Welt und die Strukturen der Macht, die sie bewohnen, zu verstehen sind. Daten kann man als Mittel für soziales Bewusstsein und Engagement verstehen. Karten sind Informationsträger und bieten eine Perspektive auf die Welt durch ihre eine visuelle Präsentation.“ (Auszug aus dem künstlerischen Konzept „kommen und gehen | verweilen“)

Gemeinsam mit den Nutzer*innen des Familien- und Jugendzentrums erstellte die Künstlerin unterschiedliche Kartografien und nutzte diese anschließend Als Grundlage für die Gestaltung von Wänden, Böden und Tischoberflächen im Kiezcafé des Kinder-, Jugend- und Familienzentrums.

 

Die Künstlerin
Als künstlerische Schnittstellen-Akteurin beschäftigt sich Susanne Bosch  mit Demokratiebegriffen und nachhaltigen Zukünften. Sie sieht Kunst als Ausgangspraxis um über soziale, politische und historische Ereignisse in Dialog zu treten. Ihre Arbeiten erstrecken sich über Kunstwerke, Publikationen, Texten, Methoden und Diskursen.


Der Ort

Der Komplex Nauener Platz ist 1953 als Haus der Jugend mit Mädchenwohnheim und Kindergarten gebaut worden. In allen Bezirken Westberlins entstanden Häuser der Jugend. Im Vordergrund stand der Gedanke der Alliierten, ein Ort der Begegnung zu schaffen, der der Demokratisierung der Jugend dient. Das Haus der Jugend am Nauener Platz wird demnach seit 64 Jahren als Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung betrieben. Hier spielen 5- bis 90-jährige Menschen Theater, organisieren Mütter unterschiedlicher Herkunft Kochangebote und erhalten Kinder, Jugendliche und Eltern bei familiären Problemen im Regionalen Sozialpädagogischen Dienst Unterstützung.

 


Workshops und Vermittlung

(Un)regelmäßig finden Workshops und Vermittlungsangebote rund um die Kunst am Bau kommen und gehen | verweilen von Susanne Bosch statt. Eine Übersicht über kommende und vergangene Angebote finden Sie hier: